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Es gibt Werke, die warten und die für lange Zeit nicht verstanden werden; der Grund ist, daß sie Antworten auf Fragen bringen, die noch nicht gestellt wurden; weil die Frage oft erst schrecklich lange nach der Antwort kommt.
(Oscar Wilde)



Worum es geht?
Landschaftsfotografie und die Idee der Natur?
Die der menschlichen Vorstellung ausgesetzte Natur und nicht die Natur an sich?
CinemaScope?
Unbeantwortete Fragen?
Liebe?
Geschichten, in denen die Liebe versagt bleibt?
Sehnsucht?
Das Buch der Wandlungen?
64 Fragen wie Koans?
Musik?
So viel mehr?



Was ist nun das I Ging eigentlich? Fragen wir nach den Grundanschauungen, die einheitlich das Buch durchdringen, so können wir uns auf ganz wenige, aber große Gedanken beschränken.

Der Grundgedanke des Ganzen ist der Gedanke der Wandlung. In den Analekten wird erzählt, wie Konfuzius an einem Fluß stand und sprach: «So fließt alles dahin wie dieser Fluß, ohne Aufhalten, Tag und Nacht.» Der Blick richtet sich nicht mehr auf die vorüberfließenden Einzeldinge, sondern auf das unwandelbare ewige Gesetz, das in allem Wandel wirkt. Dieses Gesetz ist das «Tao» des Laotse, das Prinzip des Einen in allem Vielen.

Der zweite Grundgedanke des Buchs der Wandlungen ist seine Ideenlehre. Die acht Zeichen stellen Bilder vor, nicht so sehr von Gegenständen als von Wandlungszuständen. Damit verbindet sich die Auffassung, daß alles, was in der Sichtbarkeit geschieht, die Auswirkung eines «Bildes», einer Idee im Unsichtbaren ist.

(Auszüge aus: Richard Wilhelm, Einleitung zu Das Buch der Wandlungen)